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05.04.2020 Tagesimpuls für den Palmsonntag

Jesus zieht in Jerusalem ein

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Brüder und Schwestern.

Vorbereitung: Ich lade Sie ein, in Vorbereitung auf diesen Gottesdienstimpuls aus der Natur einen grünen oder blühenden Zweig bereitzulegen, den Sie im Laufe des Gottesdienstes an ein Kreuz stecken können. Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie gut sitzen können. Außerdem sollten Sie, soweit das möglich ist, eine Kerze entzünden.

 

Beginnen Sie die Feier dann bewusst mit dem Kreuzzeichen.

Heute feiern wir, dass Jesus in Jerusalem als König einzieht. Er wollte den Tod auf sich nehmen, dort sollte er aber an Ostern auch auferstehen. Deshalb feiern wir am heutigen Palmsonntag beides: den Einzug Jesu in Jerusalem und die Erinnerung an sein Leiden und Sterben. Ihm, Jesus, wollen wir auf seinem Weg folgen.

 

Lied           Singt dem König Freudenpsalmen
(Gl 280)
1. Singt dem König Freudenpsalmen, / Völker ebnet seine Bahn! / Zion, streu ihm deine Palmen, / sieh dein König naht heran! / Der aus Davids Stamm geboren, / Gottes Sohn von Ewigkeit, / der zum Heiland auserkoren: / Er sei hoch gebenedeit!

2. David sah im Geist entzücket / den Messias schon von fern, / der die ganze Welt beglücket, / den Gesalbten, unsern Herrn. / Tochter Zion, streu ihm Palmen, / breite deine Kleider aus, / sing ihm Lieder, sing ihm Psalmen, / heut beglücket er dein Haus.

Kyrie:
Herr Jesus Christus, du bist wie ein König in Jerusalem eingezogen. Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus, du hast im Abendmahlssaal mit deinen Jüngern das Abendmahl gefeiert. Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus, du bist vor den Toren Jerusalems am Kreuz für uns gestorben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet:
Allmächtiger, ewiger Gott, deinem Willen gehorsam, hat unser Erlöser Fleisch angenommen, er hat sich selbst erniedrigt und sich unter die Schmach des kreuzes gebeugt. Hilf uns, dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen und an seiner Auferstehung Anteil erlangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

 

 

Hinführung zum Evangelium:

             Hören wir das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem, wie es uns Matthäus überliefert hat:

Evangelium nach Matthäus 21,1-11

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen:
Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir!
Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.

4 Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist:
Sagt der Tochter Zion: /
Siehe, dein König kommt zu dir. /
Er ist friedfertig /
und er reitet auf einer Eselin /
und auf einem Fohlen, /
dem Jungen eines Lasttiers.

Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte.
Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf.

Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids! /
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. /
Hosanna in der Höhe!

Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das?
Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

 

( Sie können auch die Passion nach Matthäus 26,14 – 27,66 lesen)

Gedanken:
Jesus zieht in Jerusalem nicht auf einem Pferd sitzend ein sondern auf einer Eselin. Das Pferd ist Herrschaftszeichen, der Esel ein demütiges Tier.
Jesus wird ein triumphaler Einzug gewährt: Der Weg wird geschmückt mit Gewändern und grünen Zweigen. Wie einem siegreich heimkehrenden Herrscher wird der Weg geschmückt.
Jesus wird als Sohn Davids gepriesen und damit als der erwartete Messias aus dem Geschlecht Davids. Im Laufe der Woche wird sich der Wind drehen, weil sich Jesus nicht als ein Messias erweist, der Israel gegen die Römer zur alten Größe führen will, sondern das Himmelreich verkündet. Aus „Hosanna“ wird „Kreuzige ihn!“.
Aber: Der Hosanna-Ruf der Menge hat Einzug gehalten in das Sanctus der Heiligen Messe: „Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.“

 

Fürbitten:
Einleitung:

Heute begleiten wir Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem,
er kommt in Demut auf einem ausgeliehenen Esel.
Wir erinnern uns an sein Leiden und Sterben
und verbinden uns mit allen Menschen,
die heute unter Angst und Krankheit und Tod leiden.
Für sie und auch für uns wollen wir beten:

 

Bitten:

Wir beten für unsere Gemeinden und für die Christinnen und Christen weltweit,
die Jesu Einzug in Jerusalem anders feiern als sonst
und sein Leiden und Sterben verkünden;
und für alle Menschen, die gerade in diesen Tagen hoffen,
dass Gott ihnen hilft und sie rettet.

- kurze Stille - V: Du Gott des Lebens - A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für die Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind
und überall auf der Welt um ihr Leben kämpfen;
für alte Menschen, deren Gesundheit besonders gefährdet ist,
und für die mit einer Vorerkrankung;
für die Verstorbenen, deren Leben nicht gerettet werden konnte.

- kurze Stille - V: Du Gott des Lebens - A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Wir sind dankbar und beten für Ärztinnen und Ärzte,
für die Pflegekräfte und anderen Helferinnen und Helfer,
die bis an ihre Grenzen gehen, um Menschen zu heilen und zu schützen.

- kurze Stille - V: Du Gott des Lebens - A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Wir beten für Frauen und Männer und ihre Familien,
deren wirtschaftliche Existenz der allgemeine Stillstand bedroht;
und für die vielen Menschen, die anderen ihre Hilfe anbieten
und neue kreative Wege der Unterstützung finden.

Für die Verantwortlichen in Politik und Wissenschaft,
die immer wieder neu zwischen dem Schutz des Lebens
und dem Fortbestand von Wirtschaft und Kultur abwägen müssen.

- kurze Stille - V: Du Gott des Lebens - A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für die Christen im Heiligen Land und im Nahen Osten, deren Existenz und Überleben durch den Einreisestopp in dieses Gebiet bedroht ist.
Für den Deutschen Verein vom Heiligen Land, dessen soziale Engagement in vielen Projekte durch eine drohende Finanzierungskrise aufgrund mangelnder Spenden ernsthaft gefährdet ist.
Für uns, die wir mit den Brüdern und Schwestern im Herkunftsland Jesu in besonderer Weise verbunden sind.
- kurze Stille - V: Du Gott des Lebens - A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Abschluss-Gebet:

Gütiger Gott, dein Sohn Jesus Christus ist als Friedenskönig in Jerusalem eingezogen
und unschuldig den Weg des Leidens bis zum Tod am Kreuz gegangen.
Wir danken dir für seinen Tod und seine Auferstehung;
sie lässt uns hoffen, dass das Leben siegt -
hier und jetzt und bis in deine Ewigkeit. Amen.

All unser Beten und Bitten lasst uns hineinlegen in das Gebet Jesu:

Vater unser im Himmel …

 

Einladung zur Geistigen Kommunion:

Mit dir, Jesus, sind wir durch diese Feier verbunden. Du willst nicht nur in Jerusalem einziehen, sondern auch bei uns. Für dich sollen wir die „Tür zu unserem Herzen“ öffnen, damit du dort als Herrscher einziehst. Dir wollen wir uns öffnen. Nach der Gemeinschaft mit dir sehnen wir uns. Komm, Herr Jesus.
Danke, dass wir dir so wichtig sind, dass du bei uns sein willst.
Mit den Worten des Sanctus beten wir:
Heilig, heilig, heilig,
Gott, Herr aller Mächte und Gewalten.
Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe.
Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe.

Gebet über die grünen Zweige:
Allmächtiger Gott, segne diese grünen Zweige, die Zeichen des Lebens und des Sieges, mit denen wir Christus, unserem König und Herrn, huldigen. Mehre unseren Glauben und unsere Hoffnung. Gib, dass wir durch Christus zum himmlischen Jerusalem gelangen, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

Stecken Sie jetzt den Zweig an ein Kreuz.

Schlusssegen:
Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns hingegeben und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne uns und mache uns bereit, Gott und den Menschen zu dienen.
Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen Tod entrissen hat, stärke unseren Glauben und führe uns zur unvergänglichen Herrlichkeit.
Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.
Das gewähre uns der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied: Gl 280,
3. Sieh, Jerusalem, dein König, / sieh, voll Sanftmut kommt er an! / Völker, seid ihm untertänig, / er hat allen wohlgetan! / Den die Himmel hochverehren, / dem der Chor der Engel singt, / dessen Rum sollt ihr vermehren, / da er euch den Frieden bringt!

4. Geister, die im Himmel wohnen, / preist den großen König heut; / und ihr Völker aller Zonen / singt, er sei gebenedeit! / Singt: Hosanna in den Höhen, / hoch gepriesen Gottes Sohn! / Mögen Welten einst vergehen, / ewig fest besteht sein Thron.

 

Einen gesegneten Palmsonntag und Karwoche wünscht Ihnen, auch im Namen der Seelsorgerinnen und Seelsorger unserer Seelsorgebereiche

Georg Theisen, Pfarrer i.R.